Sich zukunftsweisend wandeln - jetzt handeln: Anpassungspioniere gesucht!
Wettbewerbsgewinner ausgezeichnet
Am 12.12.2011 wurden die Gewinner des Tatenbank-Wettbewerbs „Sich zukunftsweisend wandeln – jetzt handeln: Anpassungspioniere gesucht!“ öffentlich ausgezeichnet. Die Festrede zu Ehren der Preisträger hielt der Vizepräsident des Umweltbundesamtes Dr. Thomas Holzmann.
Presse-Information des Umweltbundesamtes
Die Preisverleihung fand im Rahmen der DIFU-Fachtagung "Kommunale Anpassungsstrategien an den Klimawandel" im Bundesumweltministerium in Bonn statt. Das Programm der Fachtagung und die Vorträge finden Sie hier auf der Homepage des Deutschen Instituts für Urbanistik (DIFU).
Fotos der Veranstaltung:
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Ausgezeichnet wurden die folgenden Preisträger und Maßnahmen:
Stadt Arnsberg:
Maßnahmen zur Klimaanpassung an kleineren Gewässern
Das Beispiel der Stadt Arnsberg zeigt, wie kleine Kommunen Anpassung an den Klimawandel vorantreiben können. Die Stadt Arnsberg hat vier kleineren Gewässern Raum geschaffen, sich bei Starkregenereignissen auszudehnen, ohne dass Bebauung in Ufernähe gefährdet ist.
Die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde waren eng in die Konzeption und die Umsetzung der Maßnahmen eingebunden. Anliegerinnen und Anlieger der Bäche waren bereit, Teile ihrer Grundstücke zur Verfügung zu stellen und ermöglichten damit erst die Umsetzung der Maßnahmen. Weitere Voraussetzungen waren die engagierte Zusammenarbeit der Stadt, der Regierungen von Kreis und Bezirk und der beteiligten Ingenieurbüros sowie die finanzielle Förderung durch das Land Nordrhein-Westfalen.
Der Erfolg der Maßnahmen wurde bereits unter Beweis gestellt: Erneute Starkregenereignisse verursachten im Bereich der betroffenen Bäche keine Sachschäden mehr, die andernfalls unvermeidbar gewesen wären.
Fotos der Preisträger:
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Faktenblatt Arnsberg (PDF, 83 KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Preisträger-Kurzfilm auf youtube
Stadt Stuttgart:
Stadtklimagerechte Planung in Zeiten des Klimawandels
Stuttgart hat eine lange Tradition, stadtklimatische Belange in Planungen einzubeziehen. Die Kessellage hat die Stadt gezwungen, sich darüber Gedanken zu machen, wie auch bei ungünstigen Wetterlagen für frische Luft zum Atmen gesorgt werden kann. Zunehmend heiße Sommer haben die Stadt zum Anfang dieses Jahrhunderts veranlasst, verstärkt planerisch gegenzusteuern. Hierfür wurde ein Bündel von Maßnahmen eingeleitet, die überwiegend aus Eigenmitteln der Stadt getragen werden.
Der Hauptansatzpunkt besteht darin, stadtklimatische Gesichtspunkte systematisch in Planungen einzubeziehen. Im Mittelpunkt stehen die Erhaltung und Vergrößerung von Grünflächen sowie die Sicherung von Frischluftschneisen und Kaltluftentstehungsgebieten.
Die gewonnenen Erfahrungen können auch anderen Städten helfen, die erst seit Kurzem mit ähnlichen Herausforderungen kämpfen – nicht zuletzt, wenn es darum geht, ambitionierte Konzepte gegen die Mühen und Konflikte im Planungsalltag abzugleichen.
Fotos der Preisträger:
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Faktenblatt Stuttgart (PDF, 84 KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Preisträger-Kurzfilm auf youtube
WOGENO München:
Nachhaltige Immobilienbewirtschaftung
Die Wohnungsbaugenossenschaft WOGENO München erprobt gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern zweier zusammenhängender Mehrfamilienhäuser ein umfassendes Konzept für klimafreundliches und klimaangepasstes Wohnen.
Dem Klimaschutz dienen Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz, der Einsatz erneuerbarer Energien und die seltenere Nutzung von Privatautos. Die Anpassung an den Klimawandel kommt vor allem bei der Gartenbewirtschaftung zum Tragen: Hierzu gehören ein sparsamer Umgang mit Wasser, die Speicherung von Regenwasser und eine bodenschonende Bearbeitung sowie der Schutz vor Starkregen.
Alle Maßnahmen wurden einstimmig von der Hausgemeinschaft beschlossen. Sie sind breit übertragbar und zeigen, welche Möglichkeiten Wohnungsgesellschaften, Bewohnerinnen und Bewohnern zur Verfügung stehen, um nachhaltiges Wohnen zu realisieren – wenn der Wille dazu vorhanden ist.
Fotos der Preisträger:
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Faktenblatt WOGENO München (PDF, 84 KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Preisträger-Kurzfilm auf youtube
Stadt Wuppertal:
Anpassungsstrategie der Wuppertaler Stadtentwässerung an die Folgen des Klimawandels
und
Geändertes Fahrzeugkonzept der Feuerwehr
Wuppertal wurde im Wettbewerb gleich für zwei Maßnahmen ausgezeichnet.
Die Anpassungsstrategie der Wuppertaler Stadtentwässerung besteht aus einer Reihe von ineinandergreifenden Maßnahmen, um die Folgen von Starkregenereignissen zu vermindern. Hierfür werden fortgeschrittene Modellierungs- und Visualisierungstechniken angewandt. Die Beteiligung an Forschungsvorhaben kam der Stadt dabei zugute.
Ein wesentliches Element der Strategie ist die gezielte Ansprache der von Sturzfluten gefährdeten Institutionen und Privatpersonen. Bei einer hohen Gefährdungslage werden die Grundstücksbesitzerinnen und -besitzer kontaktiert und über geeignete Maßnahmen informiert. Indem die Betroffenen zur Eigenvorsorge angeregt werden, können letztendlich Kosten für die Stadtentwässerung eingespart werden. Der Einsatz innovativer Techniken ist zwar zunächst kostspielig, dient jedoch dazu, wirtschaftlich günstige Lösungen zu finden.
Die Wuppertaler Feuerwehr hat sich aufgrund gehäuft auftretender extremer Wetterlagen dazu entschieden, spezielle Fahrzeuge vorzuhalten, die unter anderem mit Allradantrieb ausgerüstet sind und über ein Stromaggregat verfügen. Die Feuerwehr ist damit für den Einsatz bei Starkregenereignissen, Stürmen oder starkem Schneefall besser gewappnet.
Dieser Schritt wurde durch Umrüstung bestehender Fahrzeuge realisiert – ein Beispiel für sparsamen und intelligenten Umgang mit Ressourcen. Auch jenseits der großen Projekte und Strategien ist Anpassung möglich und sinnvoll: mit kleinen, pragmatischen Schritten, die auf veränderte Bedingungen reagieren.
Fotos der Preisträger:
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Faktenblatt Wuppertal (PDF, 105 KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Preisträger-Kurzfilm auf youtube
Die Maßnahmen der Preisträger und weitere vorbildliche Anpassungsmaßnahmen aus der Tatenbank werden in der Broschüre des Umweltbundesamtes
„Das Klima ändert sich – was können wir tun? Beispiele der Anpassung vor Ort“ (PDF, 2 MB, Datei ist nicht barrierefrei) vorgestellt.
Wettbewerbsjury
| Almut Nagel Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)
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| Dr. Fabian Dosch Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)
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| Dr. Helmut Wolf Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG)
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| Cornelia Rösler Deutsches Institut für Urbanistik (DIFU) |
| Prof. Dr. Harald Welzer Center for Interdisciplinary Memory Research
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| Manfred Hoke Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern
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| Dr. Andreas Kress Klima-Bündnis
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